Supraleiter in der Praxis

Ein Konsortium aus fünf Partnern hat sich zum Ziel gesetzt, in München die mit Abstand längste Hochtemperatur-Supraleiterverbindung (HTS) der Welt zu bauen. Das in Ismaning bei München ansässige Unternehmen THEVA stellt Supraleiter in Serie her. Im Rahmen dieses Projekts wird es sein Produktportfolio um einen spezifisch auf den Einsatz in Kabeln optimierten Leiter erweitern. HTS-Kabel für die städtische Stromversorgung stellen absehbar eines der wichtigsten Marktsegmente für Supraleiter dar.
Das Besondere an dem geplanten Projekt mit dem Namen SuperLink ist die extreme Kompaktheit der Leitung bei gleichzeitiger Umweltneutralität – insbesondere im Vergleich zu herkömmlichen Kabeln und Freileitungen (Supraleiter leiten im Vergleich zu Kupfer die 200.fache Strommenge durch den selben Leitungsquerschnitt).
 Beabsichtigt ist, nach erfolgreichem Abschluss des geförderten Entwicklungsprojektes, die 12 Kilometer lange Hochspannungsleitung zwischen dem Hauptumspannwerk Menzing und dem Lastschwerpunkt München Süd als „Hochtemperatur-Supraleiter“ (HTS) auszuführen.
THEVA selbst verfolgt mit der ersten Serienfertigung von Supraleitern in Deutschland vor allem das Ziel, Supraleiter preislich wettbewerbsfähig zu Kupferleitern zu machen. Aus diesem Grund freut sich Geschäftsführer Dr. Werner Prusseit ganz besonders über dieses Gemeinschaftsprojekt: „Weltweit gibt es bereits seit Jahren erfolgreiche Demonstrationen von HTS-Kabeln im Netz. Nun haben wir praktisch vor unserer Haustür in München eine Situation vorgefunden, für die der Einsatz von Supraleitern prädestiniert ist: Die Übertragung hoher Leistung bei geringsten Verlusten und minimaler Beeinträchtigung der Bevölkerung. Das Projekt hat Signalcharakter und markiert einen entscheidenden Schritt zur kommerziellen Umsetzung der Supraleitungstechnologie im Netz.“
Dr. Ing. Jörg Ochs, Geschäftsführer SWM Infrastruktur: „Wir wollen die Energienetze Münchens zukunftsfähig machen. Um das zu tun und gleichzeitig im Stadtgebiet den Bau von Hauptumspannwerken und weiteren Kabeltrassen zu minimieren, brauchen wir gut integrierbare Lösungen. HTS-Technik mit ihrem ökologischen Aspekt schafft hier eine innovative, wirtschaftliche und akzeptable Alternative zu bestehenden Systemen. Die Leistungsbereitstellung wird erhöht, trotz geringem Kabeleinsatz werden Übertragungsverluste nachhaltig minimiert und wir können so auch unsere CO2-Einsparziele im Netzbereich erreichen.“

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(Bild: THEVA Dünnschichtechnik GmbH)